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Was bedeutet Gewässerrevitalisierung? |
Nur rund 3 % der Fließgewässer in Niedersachsen befinden sich nach einer
Abschätzung des
Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie
noch in einem naturnahen Zustand. Das macht
deutlich, wie hoch der Bedarf für eine naturnahe Umgestaltung bzw. natürliche Entwicklung der Fließgewässer
ist. Aber sollen alle Bäche und Flüsse, die in den letzten Jahrzehnten begradigt wurden, nun wieder "krumm
gebaggert" werden? Wenn nicht, wie kann dann diese große Aufgabe im Sinne des Naturschutzes bewerkstelligt
werden?
Unter dem Stichwort "Renaturierung" eines Fließgewässers wird häufig verstanden,
einen historischen Zustand des Gewässers im Rahmen einer Umbaumaßnahme wiederherzustellen. Oft bezieht sich
die Renaturierungsmaßnahme nur auf ausgewählte Flussabschnitte und auf das Gewässerbett. Nicht berücksichtigt
werden die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Fließgewässer und den Lebensräumen des Umlandes (Aue),
sowie das Einwirken des Menschen.
Revitalisierung fördert naturgemäße Entwicklungen
Im Rahmen des Projektes "
Revitalisierung in der Ise-Niederung" wurde die gesamte Niederung des 42 km langen Heideflusses Ise in
die Maßnahmen einbezogen. "Revitalisiert" (wiederbelebt) werden sollten
die verschiedenen niederungstypischen
Prozesse und Funktionen, z.B. die Selbstreinigung und die Wasserrückhaltung oder die Funktion als
Ausbreitungsachse für Pflanzen und Tiere. Die notwendige großräumige Revitalisierung musste deshalb den
Menschen und die durch ihn vollzogene Nutzung der Naturgüter einbeziehen und sie in Richtung einer nachhaltigen
Nutzung weiterentwickeln.
Es wurde nicht die Wiederherstellung eines historischen Zustands angestrebt,
sondern die Einleitung einer
ökologisch geprägten Weiterentwicklung im Sinne einer Wieder-Belebung vorangetrieben.
Technische
Umgestaltungen des Gewässerbettes oder der Landschaft wurden
weitgehend unterlassen. Stattdessen wurde die
eigendynamische Entwicklung
und nicht die Wiederherstellung von Natur oder Naturnähe gefördert. Es wurde kein
Naturschutzgebiet aus zweiter Hand im Sinne eines anthropogen scheinbar unbeeinflussten, nicht genutzten
Reservats angestrebt, sondern eine - dem ökologischen Leitziel angepasste - weitere Nutzung von
Fluss und Aue gewährleistet. |
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