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Natur erleben, matschen und platschen, klettern und balancieren - Erlebnisraum
Knesebach fertiggestellt
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Ausgangspunkt für diese im Landkreis Gifhorn wohl einmalige Aktion bildete das Projekt "Blaues Netz" der Aktion
Fischotterschutz. Im Rahmen dieses Projektes wurde eine Bachpatenschaft mit der Grundschule in Knesebeck und
der Klassenlehrerin, Frau Gudrun Eckermann, vereinbart. An einem etwas außerhalb des Ortes gelegenen Abschnitt
des Knesebaches pflanzten die Paten ca. 500 Bäume und Sträucher. Zusammen
mit den für den Naturschutz gesicherten Randstreifen sollen die Gehölze unter anderem die Voraussetzungen für
die dauerhafte Rückkehr des Fischotters verbessern. |
| Aber die SchülerInnen der Klasse 4 b, die vorher auch schon die
Wasserqualität und die
Kleintiere des Knesebachs untersucht hatten, wollten
mehr. In einem Schreiben an den Ortsbürgermeister, Heinz-Ulrich Karbrodt, setzten sie sich für einen "naturnahen
Erlebnisraum" ein und trugen ihre Idee dem Ortsrat vor. Da das Projekt "Blaues Netz" ganz stark auf die
Integration der Bevölkerung in Naturschutzaktivitäten setzt und Herr Karbrodt mit dem Ortsrat die Idee
unterstützte, fanden sich die Partner für die Umsetzung sehr schnell zusammen. |
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Nach mehreren Besprechungen und Variantenplanungen kam die entscheidende Idee für die
Ausgestaltung des Erlebnisraumes in Form eines naturnahen Seitenarms mit Uferabflachungen und Bepflanzungen von
Herrn Jörg Jahneke, einem Landschaftsplaner, der
sich auf die Gestaltung von Naturspielplätzen spezialisiert hat.
Ein besonderes Anliegen war es deshalb, einen Uferabschnitt im ortsnahen Bereich naturnäher zu gestalten, um
einerseits der Tier- und Pflanzenwelt mehr Lebensraum zu bieten, und andererseits Kindern und Erwachsenen einen
gefahrlosen Zugang zu einem kleinen Stück Natur zu schaffen. Kinder können hier nach Kleintieren der Bachsohle
suchen oder im flachen Wasser waten. Kreuz und quer gelegte Baumstämme zum Balancieren und Klettern erhöhen den
Erlebniswert. |
Große Unterstützung erfuhr das Projekt weiterhin durch Herrn Günter Kruse vom
Liegenschaftsamt der Stadt Wittingen, auf deren Gelände der "Erlebnisraum Knesebach" errichtet wurde. Nach
einigen Abstimmungsgesprächen gaben der
Wittinger Stadtrat und der
Knesebecker Ortsrat "grünes Licht". Die
ehrenamtliche Bauleitung vor Ort übernahm Zimmermeister Lothar Stothfang aus Knesebeck. Einige Eltern
beteiligten sich an der Abfuhr des überschüssigen Bodens und die Feuerwehr half, vier abgängige Pappeln zu
fällen. |
Nach 3 Tagen Bauzeit war es soweit, der "Erlebnisraum am Knesebach" ist fertiggestellt.
Kinder und solche, die es geblieben sind, können ab sofort in der Ortsmitte von Knesebeck, den Knesebach
hautnah erleben. In die ehemalige Uferböschung wurde ein ca. 25 m langer Nebenarm gebaggert und mit
Eichenstämmen und Findlingen zu einer naturnahen Erlebnislandschaft ausgebaut. Schon während der Bauarbeiten
balancierten einige Kinder über die Bäume und testeten die neuen Uferbereiche als Rutschbahn aus. Tatkräftige
Unterstützung für den Bau des naturnahen Uferbereichs kam an zwei Tagen von der Patenkompanie des Ortes
Knesebeck, dem Panzergrenadier-Bataillon 332 des Standortes Wesendorf. |
| "Aktiver Naturschutz und Einbindung der Menschen vor Ort können nicht besser in die Tat
umgesetzt werden als hier in Knesebeck. Dieses ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass sich Menschen auch
ehrenamtlich für eine gute Sache einsetzen", freut sich Thomas Lucker, Projekt-Koordinator des "Blauen Netzes",
von der Aktion Fischotterschutz. |
Natur hautnah erleben, matschen, klettern, bauen und stauen können nun alle Kinder aus
Knesebeck und Umgebung. Wie wichtig solche Erlebnisse für die Kindergesundheit, aber auch für den weiteren
Umgang mit Natur sind, belegen viele Untersuchungen. Durch Bewegung werden Kinder nicht nur gesünder und
motorisch begabter, sondern auch sozial kompetenter und weniger aggressiv. Positive Erlebnisse mit und in dem
Bach sind wichtige Grundlagen für die spätere Einstellung zur Natur. Körpererfahrungen mit Naturelementen sind
im "Erlebnisraum Knesebach" möglich. Er leistet damit einen kleinen Beitrag zu einer ausgewogenen sozialen
Entwicklung von Kindern. |
Bei einigen Kindern der ehemaligen Klasse 4 b der Grundschule in Knesebeck ist die Bachpatenschaft wirklich sehr
stark verwurzelt. Obwohl sie bereits auf weiterführende Schulen in der Region verteilt sind fanden sie sich
Ende Oktober 2004 am Erlebnisraum ein, um ihn zu bepflanzen und damit noch interessanter zu machen. Der
Uferbereich und die Insel wurden mit Eschen, Weiden, Johannisbeeren und Haselnüssen bepflanzt. Die Bäume und
Sträucher werden in einigen Jahren neue Kletterelemente bilden und zum Naschen einladen.
Die eingebauten Gruppen von Findlingen, kleineren Steinen und Baumstämmen schaffen Nischen und Verstecke für
Kleintiere wie Insekten aber auch Amphibien. Ein Weiden-Tipi, das eine Naturlaube bildet, bietet hervorragende
Versteckmöglichkeiten. Damit das Spielen mit Matsch auch von einer etwas erhöhten Position aus möglich ist, hat
der Leiter des Bauamtes, Herr Reichert, aus einem Eichenstamm eine Bank und einen Tisch gesägt. Ein kleiner
Bereich am Ufer wurde vom Bauhof der Stadt Wittingen gepflastert, damit ein Zugang für behinderte Menschen mit
Rollstühlen möglich ist.
Der Ortsbürgermeister würdigte in einer kleinen Eröffnungsfeier am 27.10.04 das ehrenamtliche Engagement aller
Beteiligten und übergab den Erlebnisraum Knesebach der Öffentlichkeit. Natürlich waren auch die Kinder der
ehemaligen 4 b dabei, deren Schreiben an den Ortsrat viel dazu beigetragen hat, diesen Naturerlebnisbereich am
Knesebach zu verwirklichen. |
"Ich hoffe, die Aktionen am Knesebach sind beispielgebend für weiteres Engagement von anderen Personen,
Verbänden, Kommunen und Vereinen. Von ähnlichen Aktivitäten können die Natur, nicht zuletzt auch der stark
bedrohte Fischotter, und unsere Kinder" profitieren lautet das Resümee von Thomas Lucker. |
Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich mit Engagement an der Fertigstellung des
"Erlebnisraums Knesebach" beteiligt haben. |
| Letzte Datei-Änderung: 22.12.2004 10:32 |
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